Wir sind Mitteldeutscher Vereinsmeister U20!

Arkadi Syrov | 3. September 2017 | 0

 

Die Mitteldeutsche Meisterschaft (Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und Saarland) wurde dieses Jahr von der Thüringer Schachjugend, vom 01 bis 03.09.2017 in der Jugendherberge Oberbernhards ausgerichtet. In der U20 traten insgesamt vier Mannschaften (SF Darmstadt (Hessen), TV Germania Hermsdorf (Thüringen), SK Gau-Algesheim (RLP) und SK Frankenthal (RLP) an, sodass an jedem Tag des Wochenendes eine Runde stattfand.

Freitag: Kampf gegen Gau-Algesheim

Nach einer etwas, aufgrund des Verkehrsaufkommens und des fehlenden Empfangs vor Ort, stressigen Anreise begann die erste Runde gegen 18:30. Unser erster Gegner war der SK Gau-Algesheim. In dem Duell der Rheinland-Pfälzer wurden sehr interessante und kreative Partien gespielt (Der Labourdonnais Franzose von Fabian Mäurer sei nur als Beispiel genannt).

An Brett 6 ging der Punkt an Gau-Algesheim: Max konnte in der Eröffnung einen Bauern gewinnen, übersah aber eine Kombination, nach der sein Gegner ein Endspiel mit einem entfernten Freibauern bekommen hat. Dieser sollte sich als Spielentscheidend herausstellen. Kurz darauf glich Lukas an Brett 2, nachdem er schon nach der Eröffnung besser stand, mit einem Figurengewinn aus. Daniel Stein (Brett 4) zeigte, dass er trotz seines Rostes (ich weiß nicht wann Daniel das letzte Mal Figuren in der Hand hatte) noch wusste wie man diese Zieht und gewann eine wilde Angriffspartie. Auch an Brett 1 wurde bei mir eine Eröffnung gespielt, die für ihre gegenseitige Angriffe bekannt ist: Der Drache mit Entgegengesetzten Rochaden. Doch dieses Mal sollte es zu einer positionellen Schlacht kommen, in der ich einen Bauern gewinnen konnte und diesen letztendlich auch verwerten konnte. Eine sehr wechselhafte Partie von Katharina, die an verschiedenen Stadien des Spiels, gut oder schlecht für beide ausgehen konnte, endete letztendlich friedlich. Das ein Remis von Fabian Mäurer an Brett 3 beendete den Mannschaftskampf mit 4 zu 2 für Frankenthal.

Der andere Mannschaftskampf ging 3,5 zu 2,5 für SF Darmstadt aus.

Samstag: Kampf gegen SF Darmstadt.

Da der Mannschaftskampf für den Nachmittag angesetzt war, genossen wir morgens die Natur und spielten eine Runde Munchkin.

Wanderung

Lukas fehlt. Er wollte schlafen.

Die Darmstädter hatten einen Ratingvorteil auf den hinteren 2 Brettern, während die vorderen 4 Bretter wir die Favoriten waren. Katharina und Max mussten sich leider geschlagen geben, aber Fabian gewann mal wieder ein Königsgambit. Die letzten Drei Partien sollten über die volle Distanz gehen und nicht ohne Kontroverse werden. An Brett 4 gewann Daniel eine Qualität, aber die reduzierte Bauernanzahl sollte seine Verwertung sehr kompliziert machen. An Brett 2 stand Lukas deutlich besser, begann aber immer langsamer zu spielen und an Brett 1 wurde die Partie in der ersten Zeitnotphase (Es wurde mit dem Modus 1h30 für 30 Züge + 30 min für den Rest OHNE Zuschlag gespielt, also war es eine wirkliche Zeitnotschlacht) zu einem wilden hauen und stechen, in dem keiner der beiden Spieler eine Ahnung hatte, wer besser steht und wieso. Am Ende entstand ein gleiches Endspiel, indem ich Remis ablehnte, da die anderen Bretter immer unklarer wurden. Aber als es Turm + 3 Bauern gegen Turm + 3 Bauern an einem Flügel war, wurde Brett 1 schließlich Remis. An Brett 2 hatte Lukas eine Gewinnstellung, aber hatte 1 Minute gegen 20. Da er sofort gegenziehen musste, konnte der Gegner in ein Remis abwickeln und nun lastete der Druck auf Daniel. Der Gegner reklamierte in einen Modus mit Fischerbedenkzeit zu wechseln und es wurde auch gemacht, auch wenn das für heftigen Diskussionsstoff sorgte, vor allem da das Einstellen der Uhr etwa 10 Minuten dauerte und Daniels Gegner genügend Zeit hatte um seinen Kopf aus der Mattschlinge zu ziehen, welche Daniel aufgebaut hatte. Letztens konnte Daniel einen Bauern und dann auch die Partie gewinnen, sodass der Kampf 3 – 3 ausging.

Der andere Mannschaftskampf ging auch 3 – 3 aus.

Sonntag: Kampf gegen TV Germania Hermsdorf.

Am Sonntag wurde die nächste Runde schon um 8 Uhr gespielt, sodass Fabian und ich mit Kaffeetassen am Brett erschienen.

Leider war Max wieder der Unglücksrabe. In einem Mattangriff verrechnete er sich und verlor die Dame und auch die Partie. Daniel Stein glich aber den Stand durch einen schönen Mattangriff aus und holte damit 3/3 (top Leistung!). Katharina übersah gegen einen stärkeren Gegner eine Abwicklung in ein Remisendspiel und verlor, sodass es 2 zu 1 für Hermsdorf stand. Lukas sah keinen Weg vorwärts und vereinbarte mit seinem Gegner Remis. Mein Gegner wickelte in ein für ihn nachteiliges Endspiel ab und verlor die Partie ziemlich schnell. Es stand 2,5 zu 2,5 und Fabian stand auf Gewinn. Doch unter Zeitdruck übersah er einen taktischen Trick und verlor eine Figur, sodass wir auf einmal am Rand einer Niederlage standen. In der finalen Zeitnotschlacht schaffte er es mit seinem Turm und Dame noch einen Mattangriff aus dem Ärmel zu Zaubern, übersah aber mit Sekunden auf der Uhr einen Gegenschlag des Gegners und wurde Matt gesetzt. Somit verloren wir den Kampf 2,5 zu 3,5!

Doch Gau-Algesheim gewann auch 3,5 gegen SF Darmstadt, sodass jetzt alle vier Mannschaften mit 3 Mannschaftspunkten dastanden. Durch den 4-2 Sieg gegen Gau-Algesheim hatten wir einen Brettpunkt mehr als SF Darmstadt und TV Hermsdorf. Zwischen den Beiden entschied der direkte Vergleich für Darmstadt und Gau-Algesheim wurde punktgleich mit dem ersten letzter.

Damit sind wir und das SF Darmstadt für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft Qualifiziert.

Die Mitteldeutschen Vereinsmeister 2017:

Meister

Hinten: v.l.n.r. Daniel Stein, Fabian Mäurer, Arkadi Syrov

Vorne: v.l.n.r. Max Stautmeister, Katharina Syrov, Lukas Tresch

Bericht von Arkadi Syrov.